Spiele nach der Transaktionsanalyse 2012 (2013)
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Was ist ein Spiel?
Umgangssprachlich könnte man sagen, dass ein Spiel dem Spieler dazu dient, sich (versteckt bzw. manipulativ) Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Spiele zielen immer auf Schwachstellen der meist unfreiwilligen Mitspieler ab, denn nur dort können sie andocken und somit 'funktionieren'. Hierbei kann man drei Intensitätsgrade unterscheiden:
- Spielstufe 1: es geht primär um Manipulation von Gefühlen und Verhaltensweisen, um sich hierüber Aufmerksamkeit zu holen. Beispiel: Eine Frau sagt weinerlich-jammernd zu ihrem Freund, dass sie Kopfschmerzen hat. Die Aussage einer diesbezüglich psychisch reifen Frau wäre die eher sachliche Mitteilung ihrer Kopfschmerzen. Durch diese weinerlich-jammernde Tonalität jedoch fühlt sich der Freund durch sein schlechtes Gewissen (unbewusst) fast genötigt, weiter zu fragen oder etwas ohne explizite Aufforderung zu tun, z. B. Kopfschmerztabletten zu holen. Gleichzeitig bleibt ein ungutes Restgefühl weil eben das, worum es wirklich geht, nämlich der Aufmerksamkeitswunsch der Freundin, nicht kommuniziert wurde.
- Spielstufe 2: es geht um Sachbeschädigung, Geld bzw. um Körperverletzung. Beispiel: Ein Jugendlicher bittet seine Mutter darum, auf eine Party gehen zu dürfen. Diese lehnt jedoch ab und 'zufällig' wirft der Jugendliche 'versehentlich' ein auf dem Tisch stehendes Rotweinglas um, so dass der Rotwein über den teueren, weißen Teppich fließt.
- Spielstufe 3: es geht um schwere Körperverletzung bis hin zum Tod (bzw. entsprechender Androhungen). Beispiel: Eine Mutter sagt zu Ihrer Tochter 'Kind, wenn du mit diesem Mann wirklich zusammenbleibst bringt mich das um!'.
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Auch Mobbing ist ein Spiel
Mobbing ist im Grunde genommen ein Spiel auf der Spielstufe 2 bis 3. Mobber nehmen manchmal in Kauf, dass der Gemobbte seinen Arbeitsplatz verliert, erkrankt oder sich im Extremfall sogar umbringt.
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Selbstmordandrohungen und Erpressungen sind ebenso Spiele
In diesem Sinne ist auch jede Selbstmordandrohung ein Spiel. Der (vorgebliche) Selbstmörder versucht über die Selbstmordandrohung die Aufmerksamkeit (meist von ihm wichtigen Personen) auf sich zu ziehen.
Analoges gilt für Erpressungen bzw. für die dahinterstehenden Erpresser. Da Erpresser oft Geld erpressen und nicht selten den Tod ihrer Geiseln in Kauf nehmen ist Erpressung häufig ein Spiel der Stufe 3.
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Wofür steht eigentlich..?
Selbstbewusstseinstraining IntSel®: Befreie deinen inneren Riesen...
Selbstverwirklichungstraining Traininar®: ...und finde heraus, was du wirklich willst!
Sich ritzen & Co. aus Sicht des Spielekonzeptes
Kinder bzw. Jugendliche, die sich ritzen, spielen Spiele der Stufe 2 (Körperverletzung, in diesem Falle am eigenen Körper, wobei das Hauptziel hierbei jedoch darin besteht, anderen, meist nämlich den Eltern, zu schaden bzw. sich 'eigentlich' nur deren Aufmerksamkeit holen zu wollen).
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Die Entstehung von Spielen
Die Beobachtung zeigt, dass Spiele meist schon im frühkindlichen Alter entstehen. Als modellhaftes Beispiel kann man sich ein Kind vorstellen, das ein Bonbon möchte, es jedoch von der Mutter verwehrt bekommt. 'Zufällig' fällt es als direkte Reaktion auf die Absage hin und tut sich weh, so dass es weint. Zum Trost bekommt es nun von der Mutter das urspünglich gewünschte Bonbon.
Hierdurch hat das Kind quasi gelernt, dass es durch eigene Schmerzen
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Wie unterbricht man Spiele?
Um ein Spiel wirkungsvoll und frühzeitig unterbrechen zu können ist eine gute Wahrnehmung von extremem Vorteil. Durch ihren immer manipulativen Charakter wirken Spielangebote manipulativ, nervig oder machen überdrüssig. An dieser Stelle möge man sich stillschweigend die Frage stellen: 'Worum geht es hier eigentlich?'.
Dieselbe Frage kann man sinngemäß auch dem Spieleanbieter stellen: 'Worum geht es Ihnen denn eigentlich?'. Dies ist natürlich nur dann gut zu machen, wenn einerseits die entsprechende Wahrnehmung gut trainiert ist und man andererseits ein gesundes Selbstbewusstsein besitzt. Wer über kein solches verfügt kann ein Selbstbewusstseinstraining belegen, in dem zusätzlich oft auch das Spielekonzept mitsamt wesentlichen Spielen und der entsprechenden Unterbrechungsmöglichkeiten gleich mit bearbeitet werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Spiel zuerst einmal so lange zu beobachten, bis man die Spielregeln kennt, um es dann aufzudecken. Dies empfiehlt sich insbesondere in der Arbeit mit Gruppen bzw. als Führungskraft.
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Spiele auflösen im Gruppenkontext wie z. B. in einem Seminar
Versucht man als Leiter in einem Gruppenkontext sofort, bei einem Einzelnen ein Spiel aufzulösen, das die Mitteilnehmer als solches noch gar nicht wahrgenommen haben kann es sein, dass diese sich mit dem vermeintlich zu Unrecht disziplinierten verbünden und gemeinsam eine Front gegen den Leiter bilden.
Hierdurch kann das sogenannte Dramadreieck (nach Stephen Karpman) als ein spezielles Spiel angestoßen werden, wodurch manchmal eine komplette Veranstaltung 'gesprengt' werden kann.
Deshalb empfiehlt sich in einem solchen Gruppenrahmen folgende Vorgehensweise:
- 1. Das Spiel so lange beobachten und analysieren, bis man die Spielregeln kennt. Ebenso auf eventuelle Mitspieler achten.
- 2. Abwarten, bis sich größere Teile der Gruppe genervt fühlen.
- 3. Jetzt das Spiel aufdecken, indem man beispielsweise die Mitspieler namentlich benennt und die Regeln offen kommuniziert.
- Dadurch, dass man auf genervte Gruppenteilnehmer gewartet hat, stehen diese jetzt hinter dem Leiter und damit den Spielern entgegen. Hierdurch wird nicht mehr der Anschein einer Willküraktion durch den Leiter erweckt sondern die Aktion wird als im Sinne der Gruppe wahrgenommen. Ein Dramadreieck kann so fast gar nicht erst entstehen.
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Weiterführende Literatur zu Spielen
Folgende Bücher empfehlen sich dem, der sich mit Spielen intensiver auseinandersetzen möchte:
- Eric Berne: Spiele der Erwachsenen: Psychologie der menschlichen Beziehungen
. Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN 3-499-16735-2
- Eric Berne: Was sagen Sie, nachdem Sie Guten Tag gesagt haben?: Psychologie des menschlichen Verhaltens. (Geist und Psyche)
. Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 19., Aufl. (Januar 2004) ISBN 3-596-42192-6
- Eric Berne: Die Transaktions-Analyse in der Psychotherapie: Eine systematische Individual- und Sozial-Psychiatrie
. Junfermann Verlag, Paderborn. 2. Auflage 2006, ISBN 978-3-87387-423-7
- Eric Berne: Grundlagen der Gruppenbehandlung: Gedanken zur Gruppentherapie & Interventionstechniken
. Junfermann Verlag, Paderborn. 1. Auflage 2005, ISBN 978-3-87387-424-4
- Eric Berne: Spielarten und Spielregeln der Liebe: Psychologische Analyse der Partnerbeziehung
. Rowohlt Verlag, Reinbeck; 22. Auflage 2005, ISBN 3-499-16848-0
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